Definition: Factoring ist der fortlaufende Verkauf von Geldforderungen aus Warenlieferungen oder Dienstleistungen gegen sofortige Bezahlung des Kaufpreises durch den Factor.

Im allgemeinen Sprachgebrauch spricht man von einem “Factoring-Geschäft”, wobei man darunter auch eine Forderungsfinanzierung, Absatzfinanzierung oder der Ankauf- oder Verkauf von Forderungen versteht. Der Factoring-Nehmer wird auch “Anschlusskunde” genannt und die Kurzform für den Factoring-Anbieter ist “Factor”.

Ziel beim Factoring ist es: dem Unternehmen ein Höchstmaß an kurzfristiger Liquidität zu verschaffen!

Factoring stellt eine exzellente Finanzierungsform für mittelständische Unternehmen dar und kann als alleiniger- oder zusätzlicher Baustein in der Umsatzfinanzierung zum klassischen Bankkredit genutzt werden.

Gerade bei restriktiver Kreditvergabe sind Betriebe auf der Suche nach einer sicheren Finanzierungsalternative zu den Bankkrediten. Im Unternehmensalltag hat Factoring einen weiteren wichtigen Vorteil: es ist eine Forderungsfinanzierung ohne zusätzliche Sicherheiten und passt sich automatisch den Umsätzen an.

Sofortige Liquidität für Unternehmen.

Mit Factoring sofort Liquidität generieren

Firmen generieren durch Factoring einen Finanzspielraum, der dem eigentlichen Umsatz entspricht und umgehend zur Verfügung steht. Somit werden Geldforderungen nicht in hohen Außenständen gebunden, sondern stehen sofort zur Verfügung und können sofort zum Abbau von Verbindlichkeiten oder Wachstum genutzt werden. Damit ist diese Methode der Forderungsabtretung eine umsatzkongruente Finanzierung für kleine und mittelständische Unternehmen.

Jeder Unternehmer, der Waren liefert oder Dienstleistungen erbringt, möchte nur eins:
Die Rechnungen sollen so schnell wie möglich vollständig bezahlt werden.

Denken Sie genau so? – Dann ist Factoring die Lösung für Ihr Unternehmen!

Mit der Forderungsabtretung bekommen Unternehmen umgehend Liquiditätszuwachs. Dazu gehört auch, dass ihre Forderungen gegen Ausfall abgesichert sind. Dies ist der Hauptgrund, weshalb sich immer mehr Mittelständler für Factoring entscheiden. Die Factoring-Branche konnte in den letzten Jahren konstante zweistellige Zuwachsraten verzeichnen.

Stellen Sie hier über das “Deutsche Factoring Portal” unverbindlich eine Anfrage und finden Sie für Ihre Firma die passende Finanzierungsform zur Liquiditätssteigerung.


Wie funktioniert Factoring in der Praxis?

Zu den Kernfunktionen beim Factoring gehören die Finanzierung, die Delkredereübernahme und die Übernahme von Dienstleistungen durch den Factor.

In 6 einfachen Schritten lässt sich die Funktion des Factorings erklären:

  1. Sie liefern Ihren Kunden, wie gewohnt, die Waren oder erbringen Dienstleistungen.
  2. Die Rechnungen fakturieren Sie direkt an Ihre Kunden.
  3. Eine Kopie der Rechnung schicken Sie an den Factoring-Partner.
  4. Zwischen 80% – 95% der Brutto-Rechnungssumme bezahlt der Factor unmittelbar (meist innerhalb 24-48 Stunden) auf Ihr Konto.
  5. Ihre Debitoren bezahlen die Forderung direkt an den Factor.
  6. Nach vollständiger Rechnungsbegleichung wird der restliche Betrag sofort Ihrem Bankkonto gutgeschrieben.

Factoring Ablauf
In Kurzform bedeutet das:
Die Rechnungen aus erbrachten Aufträgen werden vor Fälligkeit beim Factor eingereicht. Innerhalb 24 bis 48 Stunden werden die angekauften Rechnungsbeträge im Rahmen eines vertraglich geregelten Kaufpreises durch den Factor bevorschusst.

Zwischen 80-95% (abzüglich der Gebühren) der Brutto-Rechnungssumme werden sofort an den Factoringnehmer bezahlt und die restlichen 5% – 20% werden unmittelbar nach vollständiger Bezahlung des Debitors dem Anschlusskunden gutgeschrieben.


Wo kann ich in Deutschland Factoring-Anbieter finden?

Nicht immer ist es für Interessenten einfach den passenden Factor zu finden. Hier auf dem Portal können Sie direkt Informationen über Anbieter erhalten. Alle eingetragene Dienstleister sind mit einem Kurzportrait und den wichtigsten Vorabinformationen für Interessenten präsent. Die Anbieter sind auf mittelständische und kleine Unternehmen spezialisiert.

Deutschlandweit gibt es über 200 Gesellschaften, die Factoring in unterschiedlichen Arten und Varianten anbieten.
Bei mittelständischen Unternehmern kommt diese starke Säule der Finanzierung sehr gut an, was nicht zuletzt an der erhöhten finanziellen Sicherheit und im Wettbewerbsvorteil begründet ist.


Die wichtigsten Fragen zum Factoring und Antworten

Wir informieren Sie hier über die wichtigsten Fragen zum Factoring und geben Ihnen die Antworten.

Für wen eignet sich Factoring?

Die Kernzielgruppe besteht aus Dienstleistungs-, Handels- und Produktionsunternehmen.

  • Factoring ist für Unternehmen mit ausreichenden Forderungen an andere gewerbliche Abnehmer geeignet (Businesss to Business).
  • Außerdem ist der Einsatz von Factoring für Unternehmen mit langen Forderungslaufzeiten sinnvoll.
  • Darüber hinaus ist Factoring ideal für Unternehmen mit starkem Wachstum, rasch steigenden oder stark schwankenden Umsätzen, da hier die umsatzkongruente Finanzierung besondere Bedeutung hat.
  • Factoring richtet sich auch an jene mittelständischen Unternehmen, die über nur knappe Kapitalressourcen verfügen und zunehmend unter Druck von Basel II + III stehen.
  • Ebenso wendet sich Factoring insbesondere an Handelsunternehmen, deren Bilanz aktivseitig im Wesentlichen von Forderungen und dem Lager dominiert wird und die daher wenig bankenmäßige Sicherheiten anzubieten haben.
  • Zugleich wird Factoring auch von Unternehmen genutzt, die sehr stark von einzelnen Debitoren und deren Zahlungsverhalten abhängig sind wie beispielsweise im Discounterbereich oder in der Automobil- und Luftfahrtzulieferindustrie.
  • Ferner kann Factoring seinen Einsatz bei Neugründungen sowie Insolvenzen finden.

Die Außenstände machen oft 20 bis 35 Prozent der Bilanzsumme mittelständischer Unternehmen aus. Durch Factoring können die Außenstände in sofortige Liquidität verwandelt werden. Übernimmt der Factor Ihre Forderungen, ist Ihr Unternehmen gegen Forderungsausfälle abgesichert und Sie können sich darüber hinaus die Kosten für ein eigenes Debitorenmanagement sparen.

Was kostet Factoring?

Jedem Unternehmer und jeder Unternehmerin dürfte es logisch sein, dass es kostenloses Factoring nicht gibt. Die Gebühren bewegen sich im Allgemeinen meist im Skontobereich.

Die Factoringkosten errechnen sich im allgemeinen vom Brutto-Jahresumsatz, der Anzahl der Debitoren und der Anzahl der Rechnungen.

Was ebenfalls die Kosten mit beeinflußt ist die Branche und die Bonität des Anschlußkunden (Factoringnehmer) sowie die Bonität der Debitoren.

mehr zu den Kosten (ausführlich erklärt) >

Nach erbrachter Leistung stellen Sie wie gewohnt Ihre Rechnungen an Ihre Kunden. Parallel übermitteln Sie sämtliche Rechnungskopien an den Factor. Innerhalb von ein bis zwei Werktagen nach Eingang der Rechnung werden rund 80 – 95 Prozent der Forderung an Sie ausgezahlt. Die verbleibenden Prozent dienen zunächst als Sicherungseinbehalt für den Fall von Rechnungskürzungen durch den Debitor bzw. zur Absicherung der Eigenbeteiligungsquote im Falle des Forderungsausfalls. Dieser Einbehalt wird wiederum innerhalb von zwei Werktagen nach vollständiger Zahlung durch Ihre Kunden an Sie ausgezahlt.

Muss ich alle Kunden ins Factoring geben?

Viele Dienstleister bieten Ihnen auch die Variante des Ausschnittsfactoring an. In dem Fall verkaufen Sie nur bestimmte Forderungen von Kunden bzw. Kundengruppen. Wenn Sie Debitoren haben, deren Forderungen nicht zum Kauf angeboten werden können bzw. sollen, konzentrieren sich die Factoring-Anbieter auf das Machbare. Gemeinsam wird ein Kundenausschnitt definiert, der Ihnen dennoch ein ausreichendes Maß an Liquidität, Sicherheit und Entlastung bietet. Die Voraussetzungen für Ausschnittsfactoring liegen neben einer Mindestanzahl anzudienender Debitoren in einem Mindestfactoringvolumen.

Gibt es bilanzielle Auswirkungen beim Einsatz von Factoring?

Durch die Nutzung von Factoring verkürzt sich die Bilanzsumme woraus eine Erhöhung der Eigenkapitalquote resultiert. Dies ist eine wichtige Größe in Zeiten von Basel II + III und der Bonitätsprüfung im Rahmen des Ratings. Je mehr Eigenkapital Sie im Unternehmen haben, desto besser wird Ihre Ratingnote. Die Forderungen aus Lieferung und Leistung scheiden aus der Bilanz aus, sobald sie an den Factor verkauft sind.

Wie funktioniert der Ausfallschutz?

Die Absicherung gegen Forderungsausfälle spielt in einer Zeit, in der die Zahl der Insolvenzen so hoch ist wie nie zuvor, eine wichtige Rolle. Der Factor übernimmt das Risiko für den Fall, dass Ihre offenen Forderungen ausfallen. Hierfür schließt der Vertragspartner eine Warenkreditversicherung ab und übernimmt das komplette Handling im Rahmen von durchzuführenden Prüfungen, Obliegenheitspflichten, etc. Für Sie entsteht kein Aufwand.

Factoring Erklärvideo – 2 Minuten

Wir haben eine zusammengefasste Factoring-Erklärung in einem Video für Sie aufbereitet und in nur 2 Minuten erfahren Sie wie der Forderungsverkauf grundsätzlich abläuft.