Was ist Factoring?

Factoring ist eine sichere Finanzierungsform für Unternehmen. Aufgrund der schnellen Bereitstellung von Liquidität ist Factoring eine echte Alternative oder Ergänzung zum klassischen Bankkredit.

Factoring

Mit Factoring können kleine und mittelständische Unternehmen durch Forderungsverkauf die Marktposition stärken und Finanzsicherheit erzielen.

Jeder Unternehmer, der Waren liefert oder Dienstleistungen erbringt, möchte doch nur eins:

Die Forderungen sollen so schnell wie möglich und vollständig bezahlt werden.

Denken Sie genau so? – Dann ist Factoring die Lösung!

In den vergangenen Jahren hat Factoring sehr stark an Popularität und Bedeutung gewonnen. Nicht zuletzt wegen der schnellen Bereitstellung von Liquidität.

Seither ist auch die Zahl der Unternehmen, die Forderungen ankaufen enorm gestiegen. Deutschlandweit nutzen mehr als 44000 Firmen diese Finanzierungsart als Möglichkeit zur Rechnungsfinanzierung.

Hauptsächlich wird Factoring zur Verbesserung der Liquidität und Schutz vor Forderungsausfall eingesetzt.

Unternehmen generieren durch die Abtretung der Forderungen einen finanziellen Spielraum, der dem eigentlichen Umsatz entspricht und sofort zur freien Verwendung steht.

Erfahren Sie auf dem Portal alles über Factoring und damit verbundene Vorteile. Selbstverständlich finden Sie hier auch passende Anbieter für Ihr Unternehmen.

Factoring Definition

Der Begriff Factoring stammt aus dem englischen und leitet sich aus dem lateinischen Wort „factura“ ab. Factura heißt übersetzt: Rechnung.
Ganz genau ist Factoring noch nicht „eingedeutscht“, gemeint ist damit eine Forderungszession.

Forderungszession heißt: Übertragung einer Forderung von dem bisherigen Gläubiger – auch „Zedent“ genannt – per Factoring Vertrag auf einen neuen Gläubiger – „Zessionar“.

Die wohl genaueste Factoring Definition lautet:

Factoring ist ein fortlaufender Verkauf von Geldforderungen aus Warenlieferungen oder Dienstleistungen an ein Factoring-Unternehmen. Der Verkauf findet vor Fälligkeit der Forderungen statt.

Man spricht beim Factoring von einer Vorfinanzierung der Rechnungen.
Im Gegenzug wird die Forderung SOFORT zum vertraglich vereinbarten Kaufpreis vom Factoring-Partner bezahlt.

Viel wichtiger, als wissenschaftliche oder juristische Definitionen, sind die Vorteile die Sie als Unternehmer durch Factoring haben.

Einzige Bedingung beim Forderungsverkauf:
Die Leistungen müssen zu 100-Prozent erbracht sein und frei von Rechten Dritter.

Die verkauften Forderungen werden SOFORT in Höhe des vereinbarten Kaufpreises auf Ihrem Konto gutgeschrieben. Durch die Abtretung der Forderung aus Warenlieferung oder Dienstleistung können Firmen die eigene Zahlungsfähigkeit steigern und vor Forderungsausfall schützen.

Übernimmt der Ankäufer – der Factor – auch die wichtigste Funktion – das Ausfallrisiko – Delkredere – so handelt es sich um echtes Factoring. Das bedeutet, dass die verkaufte Forderungen immer bezahlt werden.

Das Gegenteil ist „unechtes Factoring“. Bei dieser Variante trägt der Anschlusskunde das Risiko im Falle eines Forderungsausfalls.

Factoring wird hauptsächlich im B2B-Geschäft Anwendung. Nur gewerbliche Rechnungen werden durch den Factor angekauft.

Dabei ist zu erwähnen:
Der Forderungsverkauf findet VOR Fälligkeit statt. Die Zahlungsziele dürfen noch NICHT verstrichen sein.

Die Anbieter werden keine überfällige Forderungen ankaufen. Das heißt, sind die Zahlungsziele schon verstrichen, werden die Rechnungen nicht angekauft. Ebenfalls wird der Factor keine Geldfordungen von Privat ankaufen.

Wie funktioniert Factoring?

Der Ablauf beim Factoring lässt sich in 6 Schritten einfach erklären:

So funktioniert Factoring
*Die Infografik dient als Anhaltspunkt und kann sich in jedem Unternehmen im Detail unterscheiden.

  1. Sie liefern Ihren Kunden die Waren oder erbringen Dienstleistungen.
  2. Die Rechnungen fakturieren Sie direkt an Ihre Kunden.
  3. Eine Kopie der Rechnungen schicken Sie direkt an den Factor.
  4. Zwischen 80% – 95% der Brutto-Rechnungssumme bezahlt der Factoring-Partner unmittelbar (meist innerhalb 24-48 Stunden) auf Ihr Konto.
  5. Die Kunden bezahlen Ihre Rechnungen direkt an Ihren Factoring-Partner.
  6. Nach vollständiger Rechnungsbegleichung erhalten Sie sofort den restlichen Rechnungsbetrag.

In Kurzform bedeutet das: Die Rechnungen aus Warengeschäften oder Dienstleistungen werden vor Fälligkeit beim Factor eingereicht. Dieser bezahlt sofort zwischen 80-95% (abzüglich der Gebühren) der Brutto-Rechnungssumme an den Factoringnehmer. Es gibt auch schon Unternehmen mit hundertprozent Auszahlung.

Die restlichen 5% – 20% werden unmittelbar nach vollständiger Bezahlung des Debitors dem Anschlusskunden gutgeschrieben.

Der Verkauf von Forderungen hat einen festen Platz in der Finanzwelt eingenommen.

Begründet wird das damit, dass Firmen nicht mehr Wochen oder gar Monate auf Zahlungseingänge warten müssen. Rechnungen werden binnen ein bis zwei Werktagen bezahlt. Somit ist das Kapital nicht im Umlaufvermögen gebunden, sondern steht sofort für Investitionen oder die Reduzierung von sonstigen Verbindlichkeiten zur Verfügung.

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3 wichtige Finanzierungsfunktionen beim Factoring

Sobald 3 Finanzierungsfunktionen beim Factoring vom Factor übernommen werden, spricht man von Full-Service Factoring.

Alle drei Funktionen zusammen bringen enorme Vorteile für Unternehmen.

Die Vorteile der jeweiligen Factoring-Funktion einfach erklärt:

  1. Liquiditätsfunktion: Beim Forderungsankauf werden unverzüglich (innerhalb 24 – 48 Stunden) zwischen 80 – 100 Prozent des Kaufpreises vom Factor bezahlt und Ihrem Konto gutgeschrieben.
  2. Delkrederefunktion: Für die angekauften Forderungen übernimmt der Factor zu 100-Prozent den Ausfallschutz.
    Das Risiko, dass die Forderungen nicht bezahlt werden, sichert das Factoring-Unternehmen mit einer Warenkreditversicherung ab.
    Für den Factoring-Nehmer bedeutet das: Die verkaufte Forderung wird auf alle Fälle bezahlt. Factoringnehmer sind gegen Forderungsausfälle geschützt.
  3. Abwicklungsfunktion – Debitorenmanagement: zusätzliche Leistungen wie zum Beispiel der Rechnungsversand, die Debitorenbuchhaltung oder die Durchführung von Mahnläufen werden vom Factoring-Partner übernommen.

Bei Unternehmern kommt die starke Säule der Rechnungs-Finanzierung sehr gut an. Was nicht zuletzt an der erhöhten finanziellen Sicherheit und im Wettbewerbsvorteil begründet ist.

Unternehmen im Mittelstand geraten durch den Ausfall von Forderungen oder verspätete Zahlungen ihrer Kunden schnell in einen finanziellen Engpass, der die gesamtunternehmerische Liquidität in Frage und vor ein Problem stellt.

Im Rahmen des Factorings können Unternehmen die Forderungslaufzeiten erheblich verkürzen. Zahlungsziele der Kunden verlängern ohne auf Liquidität verzichten zu müssen.

Ebenfalls können Sie als Unternehmer das Ausfallrisiko auf den Factor übertragen. Unternehmen schaffen durch alternative Finanzierungsmodelle eine gewisse Bankenunabhängigkeit.

siehe auch: Factoring Kosten und Gebühren vergleichen

oder: Voraussetzungen für Factoring im Unternehmen

Factoring Vorteile im Überblick

Wie oben schon erwähnt hat Factoring durch die Vorteile für Firmen in jüngster Zeit zu einer gefragten Alternative zur Unternehmensfinanzierung entwickelt.

Für Sie als Unternehmer bedeutet Factoring – Minimierung der Aussenstände und Maximierung der Liquidität!

Kleine und mittelständische Firmen haben das erkannt und nutzen die Rechnungs-Abtretung zur Liquiditätssteigerung.

Die Kunden nutzen Factoring als Möglichkeit damit sie:

  1. die Finanzierungsquellen diversifizieren.
  2. die Kapitalstruktur verbessern.
  3. eine gewisse Unabhängigkeit von der Bank erlangen.
  4. weiterhin den Zugang zu Bankkrediten gewährleisten.

Zu den wichtigsten Factoring Vorteile zählen:

  • sofortiger Liquiditätsgewinn durch die Forderungsabtretung an den Factor
  • Factoring bietet hundertprozentigen Ausfallschutz
  • eventuell lassen sich Skontovorteile im Wareneinkauf realisieren
  • Wettbewerbsvorteile durch flexiblere Zahlungsziele ohne auf die eigene Liquidität zu verzichten
  • keine zusätzliche Stellung von Sicherheiten bei der Forderungsfinanzierung
  • Factoring ist eine umsatzkongruente Finanzierung
  • innerbetriebliche Kostenersparnis durch die Übertragung des Debitorenmanagements auf den Factor
  • Bilanzverkürzung und Verbesserung der Eigenkapitalquote

siehe auch Factoring Vorteile und Nachteile ausführlich erklärt

Unterschied zwischen Factoring und Bankkredit

Factoring unterscheidet sich auf verschiedene Weise von Bankdarlehen.

Der Fokus der Factoring-Unternehmen liegt auf den Forderungen des Unternehmens. Wobei die Forderungen die finanzielle Vermögenswerte des Unternehmens darstellen.

Eine Bank konzentriert sich auf den Gesamtwert der Aktiva beim kreditnehmenden Unternehmen. Die Bank prüft die Kreditwürdigkeit des Kreditgeschäfts insgesamt. Dazu zählen unter anderem das Inventar, die Ausrüstung und gegebenenfalls die Immobilien.

Das Hauptaugenmerk der Factoring-Unternehmen liegt auf den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Im Gegensatz zu Banken übernimmt das Factoring-Unternehmen mit dem Kauf der Forderungen eines Unternehmens das gesamte Delkredere. Dies ist ein regressfreier Faktor.

Das wichtigste ist, dass Factoring KEIN Darlehen ist, sondern ein Kauf der Forderungen des Unternehmens.

Der Factoring-Nehmer leiht sich keine Kredite aus, sondern verwendet die Rechnung als Sicherheit. Die Forderungen werden zu einem vertraglich geregelten Preis an den Factor verkauft.

Die Entscheidung für Factoring ist viel einfacher als die herkömmliche Bankfinanzierung. Dies liegt daran, dass die Factoring-Unternehmen Kunden keine direkte Kredite gewähren.

Sie vergeben sozusagen Kredite an die Kunden der Kunden. Gemeint ist damit das Ankaufslimit für jeden einzelnen Debitor. Dies bedeutet, dass ein Unternehmen mit kreditwürdigen Kunden möglicherweise berücksichtigt werden kann, obwohl sie keinen Anspruch auf einen Bankkredit haben.

Durch ein Minimum an Bearbeitungszeit können Sie Ihre Forderungen aus Lieferungen und Leistungen als unmittelbare Barliquidität erhalten.
Aufgrund der gewonnenen Liquidität können Sie den aktuellen Geldmittelbedarf oder andere Kapitalanforderungen erfüllen.

Mit den Factoring-Arten können Unternehmen ein Finanzierungsniveau festlegen, das auf den Verkaufsaktivitäten basiert und den täglichen Cashflow-Anforderungen entspricht.

Factoring-Unternehmen in Deutschland

In Deutschland gibt es über 200 Factoring-Unternehmen. Davon sind über 60 Anbieter in den zwei großen Fachverbänden organisiert.

Alle Factoring-Unternehmen in Deutschland benötigen, wie auch Banken, eine Zulassung durch die „Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht“, kurz BaFin.

Den passenden Factoring-Partner für Ihre Firma finden Sie mit Sicherheit hier auf dem Portal.

  1. Die Anbieter sind auf Factoring für mittelständische und kleine Unternehmen spezialisiert.
  2. Die Spezialisten verstehen sich als Finanzierungspartner auf Augenhöhe.

Unter anderem finden Sie hier Informationen zu folgenden Anbietern:

Unternehmen: ERNST, Hamburg

ERNST Factoring GmbH, Hamburg

Unternehmen: Bibby Financial Services

Bibby Financial Services, Düsseldorf

Unternehmen: close brothers, Mainz

Close Brothers Factoring,
Mainz

Unternehmen: RKW NordWest, Düsseldorf

RKW NordWest Factoring, Düsseldorf

Damit Sie nicht zahlreiche Anfragen stellen müssen, haben Sie auf dem Portal die einzigartige Möglichkeit mit nur einer Anfrage mehrere Angebote von passenden Factoring-Gesellschaften einzuholen und zu vergleichen.

Die Anfrage an die Spezialisten ist unverbindlich & mit keinerlei Kosten verbunden!

Welche Factoring Arten und -Verfahren bieten die Firmen an?

Zu den möglichen Arten und Verfahren zählen unter anderem:

Verschaffen Sie sich einen Überblick.

Angebotene Factoring Arten der jeweiligen Gesellschaften

siehe auch Factoring Arten und Varianten einfach erklärt

Factoring für alle Branchen und Unternehmen

Während ein Großkonzern einen Forderungsausfall durch Firmenvermögen überbrücken kann, stehen kleine und mittelständische Unternehmen vor finanziellen Fiaskos.

Diese Risiken zeigen sich branchenübergreifend und betreffen des produzierende Gewerbe ebenso wie Distributoren, Handwerker oder Ladengeschäftsinhaber. Eine primäre Abtretung der Forderungen im Factoring lässt den Unternehmer von Zahlungsmodalitäten seiner Kunden und Geschäftspartner unabhängig handeln.

Der mittelständische Unternehmer kann sich vollständig auf sein Kerngeschäft konzentrieren und durch den neu gewonnenen finanziellen Spielraum Einkaufsvorteile erzielen, sowie die Einkaufskosten durch Skontogewährungen senken.

Allein daraus ergibt sich ein Wettbewerbsvorteil, der durch die Gewährung längerer Forderungslaufzeiten für Kunden und Geschäftspartner verstärkt wird.

Gerade für Mittelständler bietet sich das Konzept als gute Alternative zur klassischen Rechnungsabwicklung und zur Banken-Finanzierung an.

Aufgrund der Übernahme des Debitorenmanagements durch den Factor entfallen alle Aufgaben zur Forderungsbeitreibung auf den Factoring-Dienstleister.

Widmen Sie Ihre wertvolle Zeit nicht der Beitreibung von Außenständen, sondern investieren Sie Ihre Ressourcen vollständig ins Unternehmen und profitieren von einem stabilen und kontinuierlichen Wachstum.

Immer mehr Unternehmen entscheiden sich für diese Finanzierungs-Strategie und leisten damit einen wichtigen Beitrag für ihre Zahlungsfähigkeit.

zu den einzelnen Branchen

Die Wettbewerbsfähigkeit und die Verfügbarkeit von Geldmitteln für Unternehmenswachstum werden durch Factoring einfacher.

Unterschied zwischen Factoring und Inkasso

Spricht man in Geschäftsbeziehungen über die Eintreibung von Forderungen oder hohen Außenstände, wird häufig Factoring mit Inkasso in Verbindung gebracht.

Es bestehen jedoch gravierende Unterschiede zwischen den beiden Dienstleistungen. Das ist jedoch nicht jedem Unternehmer klar.

Wobei jedoch nur beim Factoring eine zusätzliche Risikoabsicherung möglich ist und die Rechnungen immer vom Factor bezahlt werden. Natürlich kann auch Inkasso zu einer besseren Liquidität führen. Das setzt allerdings voraus, dass die fällige Forderungen auch komplett beigetrieben werden kann.

Die meisten Firmen nutzen die Dienstleistungen von Inkassobüros nur dann, wenn überfällige und angemahnte Geldforderungen beigetrieben werden sollen.

Inkasso ist der professionelle Einzug von überfälligen Geldforderungen durch eingetragene Inkassounternehmen. Beim Inkasso verbleibt das Risiko des kompletten Forderungsausfalls beim Kreditor.

Bleibt die Beitreibung erfolglos, so können dem Unternehmen zusätzliche Kosten wie Inkassogebühren und Auslagen entstehen.

Das ist beim wiederkehrenden Forderungsverkauf nicht der Fall.

Beim Forderungsverkauf wird der Factor zum neuen Gläubiger und übernimmt im Gegensatz zum Inkassounternehmen alle Rechte und Pflichten aus den Forderungen. Durch den Verkauf der Geldforderungen geht ebenfalls das Ausfallrisiko auf den Factor über. Dann spricht man über „echtes Factoring“.

Für Sie als Forderungsverkäufer bedeutet das – auch im Falle einer Nichtbezahlung erhalten Sie trotzdem Ihr Geld.

Somit unterscheidet sich Factoring deutlich von Inkasso.

Mit Factoring erhalten Unternehmen schnell Liquidität und Schutz vor Forderungsausfall.