Factoring - Ablauf, Vorteile und Kosten

Factoring als alternatives Finanzierungsinstrument genießt bei Deutschen Unternehmen einen großen Zuspruch. Möchten Sie, sowie über 44000 andere Firmen in Deutschland mit Factoring Ihre Liquidität nachhaltig steigern?

Was ist Factoring?

Factoring ist eine moderne Finanzierungsform für Unternehmen, wobei durch den Verkauf offener Rechnungen sofort freies Kapital zur Verfügung steht. Ihr Kapital wird nicht in hohen Außenständen gebunden, sondern steht sofort für Investitionen oder zum Abbau von Krediten bereit. Angeboten wird diese Finanzierungsform überwiegend durch Factoring Unternehmen, die gleichzusetzen mit Factoring-Anbieter oder einer Factoring Bank sind. Dazu aber weiter unten mehr.

Was ist Factoring? - Übersicht

Zum Factoring zugehörige Begriffe.

Factoring Definition - einfach erklärt

Factoring ist der regelmäßige Kauf von kurzfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen sofortige Zahlung des Kaufpreises durch den Factor.

Im Duden wird Factoring wie folgt beschrieben: Methode der Absatzfinanzierung, bei der der Lieferbetrieb seine Forderungen aus Warenlieferungen einem Finanzierungsinstitut verkauft, das meist auch das volle Kreditrisiko übernimmt.*

Daraus resultiert für Firmen ein Finanzspielraum, der durch die umsatzkongruente Finanzierung (so wird Factoring auch bezeichnet) sofort zur Verfügung steht. Der finanzielle Spielraum kann für unternehmerisches Wachstum oder für den Abbau von sonstigen Verbindlichkeiten umgehend genutzt werden.

Wie läuft Factoring ab?

Am Beispiel "Echtes Factoring" lässt sich Funktion und Vorgehensweise in 6 Schritten erklären, wobei die wichtigste Funktion im Factoring die sofortige Liquiditätssteigerung darstellt. Aber der Reihe nach, zu erst wird der Ablauf erklärt.

Factoring Ablauf und Funktion

Factoring - Schaubild

Zu den wichtigsten Factoring Funktionen gehören:
Die Finanzierungsfunktion, die Delkredere-Funktion und das Debitorenmanagement.

Das könnte für Sie auch von Interesse sein:

  1. Ihr Unternehmen beliefert Kunden mit Waren oder erbringt Serviceleistungen.
  2. Die daraus resultierenden Rechnungen fakturieren sie an die jeweiligen Abnehmer.
  3. Kopien Ihrer Rechnungen schicken Sie an Ihren Factoring-Partner, denn dieser prüft die Bonität des Debitors/Kunden. Bei positiver Bewertung die Ausgangsrechnung im Rahmen des Ankauflimits umgehend aufgekauft. Wichtig für die Abtretung (Ankauf) ist die Verität, das heißt dass den Ausgangsrechnungen vollständig erbrachte Leistungen zu Grunde liegen müssen. Ebenfalls muss die Forderung abtretbar sein und frei von Ansprüchen Dritter.
  4. Der Factoring-Anbieter bezahlt unmittelbar zwischen 80% – 95% der Brutto-Rechnungssumme (Abzüglich der Factoring-Kosten). Die verbleibenden 5 bis 20 Prozent dienen als Sicherheitseinbehalt für die Deckung eventueller Mängelrügen, Skonti oder sonstigen Verrechnungsmöglichkeiten.
  5. Der Debitor begleicht die Forderung innerhalb der vereinbarten Zahlungsziele an den Factor.
  6. Nach vollständiger Bezahlung erhalten Sie den restlichen Betrag gutgeschrieben.

Welche Factoring-Arten in Deutschland werden angeboten?

Das "Standard-Factoring" ist wohl die am meisten in Deutschland praktizierte Art. Diese beinhaltet die Finanzierung, den Ausfallschutz und das Debitorenmanagement durch den Factor. Möchte man das sensible Forderungsmanagement nicht in fremde Händen geben, dann kommt eventuell "Inhouse-Factoring" oder "Stilles Factoring" in Frage.

Zusätzliche Informationen: in Deutschland am häufigsten gewählte Arten des Forderungsverkaufs.

Factoring Vorteile / Nachteile - was überwiegt mehr?

Überwiegen die Vorteile oder die Nachteile? Immer mehr Auflagen erschweren den Zugang zu möglichen Krediten für Investitionen oder sonstiges Wachstum, daher ist es nicht verwunderlich, dass Mittelständler nach Alternativen zu klassischen Finanzierungen suchen. Gerade der Mittelstand hat den Factoring Vorteil erkannt, denn durch die Absatzfinanzierung haben Unternehmen, in Form von Factoring, einen unmittelbaren Liquiditätszuwachs.

Vorteile

NAchteile

Sofortige Liquiditätsverbesserung durch schnelle Zahlungseingänge.

Unter Umständen können eventuell die Kosten nachteilig sein, sofern man das als Nachteil ansieht.

Schutz vor Forderungsausfall, weil der Factor das Risiko übernimmt.

Nicht durchführbar bei Kunden mit schlechter Bonität.

Eine gewisse Unabhängigkeit von der Hausbank.

Meist nur im B2B-Geschäft anwendbar. Nur wenige Anbieter unterstützen auch das B2C-Geschäft.

Verkürzung der Bilanz und Erhöhung des Eigenkapitals.

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Nachhaltige Verbesserung der Bonität und des Ratings.

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Einkaufsvorteile bei der Warenbeschaffung wegen einem stärkeren finanziellen Verhandlungsspielraum beim Lieferant.

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Wettbewerbsvorsprung gegenüber der Konkurrenz, weil Sie flexiblere Zahlungsziele einräumen können.

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Freisetzung von Sicherheiten bei eventuellen Kontokorrentkrediten.

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Fazit

Die positiven Aspekte überwiegen stark die Nachteile, dadurch können sich weitere Vorzüge ergeben, die den rechnerischen Nutzen (bezogen auf die Kosten) erhöhen.


Wie hoch sind die Factoring Kosten?

Die Frage: Wie hoch sind die Factoring Kosten? - ist nicht pauschal zu beantworten, denn viele Faktoren spielen bei der Kalkulation eine Rolle. Dabei benötigen die Factoring-Anbieter folgende Daten zur Angebotserstellung:

Datenerfassung zur Kostenberechnung, die Ihr Unternehmen betreffen:

  1. Gründungszeitraum - ist Ihre Firma schon länger auf dem Markt, oder handelt es sich um ein so genanntes Start-up.
  2. Ihr Brutto-Jahresumsatz (Inland und Ausland) - wie hoch war Ihr Umsatz in den vergangenen 2 Jahren, was ist der Plan für das aktuelle Jahr.
  3. Die Anzahl Ihrer Debitoren - Daraus resultiert wie viele Rechnungen Sie in etwa an den Factor verkaufen wollen.
  4. Anzahl der jährlichen Belegen und durchschnittliche Forderungshöhe.
  5. Die durchschnittliche Forderungslaufzeit - welche Zahlungsziele räumen Sie Ihren Kunden ein. Wie schnell bezahlen Ihre Debitoren die Forderungen.
  6. Die Bonität Ihres Unternehmens - Der Factor erfährt diese Aspekt mit Einblick in Ihre Bilanz, sowie aktuelle BWAs (Betriebswirtschaftliche Auswertungen) und andere Bonitätsunterlagen.

Fakten, die Ihre Debitoren betreffen:

  1. Die Bonität, sowie die Zahlungspünktlichkeit Ihrer Kunden. Dies ist aus Ihren offenen Posten ersichtlich und auf Angaben von diversen Wirtschaftsauskünften.

Kein Unternehmen gleicht dem anderen, dadurch lässt sich auch keine pauschalen Aussage machen über die Höhe der Kosten. Was man aber sagen kann ist, dass sich die Preise für Factoring meist im Skontobereich bewegen.

Sie sehen also, dass für jedes Unternehmen die Kosten und Gebühren individuell berechnet werden.

Stellen Sie in nur 2 Minuten eine Anfrage an namhafte Factoring-Anbieter und lassen Sie sich beraten.


Wie setzen sich die Gebühren zusammen?

  1. Bearbeitungskosten
    Diese erhebt der Factor für seine Serviceleistungen.
  2. Zinsen
    Auch der Factor muss sich das Geld bei Banken beschaffen, um die angekauften Forderungen zu bevorschussen. Dieser bekommt allerdings Sonderkonditionen, die er mit einem sehr geringen Aufschlag an den Anschlusskunden weitergibt. 
  3. Prüfgebühren
    Gebühren, die das Factoring-Unternehmen den Auskunfteien bezahlt, damit Sie die nötigen Informationen über die Bonität der Debitoren erhalten.
  4. Rückversicherungs-Kosten
    Diese trägt der Factor im Fall eines Ausfalls selbst.

Hier werden die Gebühren noch ausführlicher erklärt.

Erklärvideo - Factoring (2 Minuten)

Wir haben hier noch eine Zusammenfassung zum Factoring im Video (2 Minuten) für Sie erstellt. Hier wird nochmals der Ablauf und die Vorgehensweise in einem kleinen Film näher gebracht. Anschauen lohnt sich! Viel Spaß dabei.

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Factoring vs Forfaitierung - Unterschiede in der Übersicht

Grundsätzlich kann man sagen, dass Factoring und Forfaitierung fast gleich sind. In beiden Fällen handelt es sich um eine Zession, bei der jeweils ein Dritter die Forderung aufkauft. Allerdings gibt es kleine Unterschiede zwischen beiden Finanzierungsarten. Die wichtigsten werden hier dargestellt.

​Factoring

​Forfaitierung

Wiederkehrender Verkauf von mittelfristigen Ausgangsrechnungen.

Verkauf einer Forderung an einen neuen Gläubiger.

  • Echtes Factoring:
    ​Risiko geht auf den Factor über.
  • Unechtes Factoring:
    Risiko bleibt beim Verkäufer.
  • ​Echte Forfaitierung:
    Ankäufer übernimmt das Risiko (übliche Form).
  • Unechte Forfaitierung:
    Risiko bleibt beim Verkäufer.
  • sofortige Bereitstellung von Kapital
  • Ausfallschutz
  • wird meist bei mittelgroßen Kapitalbeträgen genutzt.
  • ​kurzfirstige Forderungslaufzeiten (bis zu 120 Tagen)
  • ​erhöht die Planungssicherheit im Hinblick direkt einsetzbarer Geldmittel.
  • Möglichkeit größerer, kapitalintensiveren Produktionen.
  • längere Laufzeiten (bis zu 10 Jahren)

​Factoring bezieht sich meist auf zukünftige noch nicht genau bekannte Forderungen.

​Forfaitierung bezieht sich auf bereits existierende Forderungen.

Einzel- und langfristige Forderungen grenzt das Factoring aus und erfasst nur auf eine gewisse Dauer angelegte Geschäftsverbindungen. Nur neu entstehende kurzfristige Rechnungen werden durch den Factor fortlaufend angekauft.

Kontakt zu Factoring-Anbieter

Sie haben Interesse an Factoring und suchen nur noch den passenden Factoring-Anbieter für Ihr Unternehmen?

In Deutschland gibt es weit über 200 Factoring-Gesellschaften. Dadurch ist es für einen Interessenten nicht immer einfach, dass er auch den richtigen Dienstleister findet. Hier auf dem Portal stellen sich namhafte (seriöse) Factoring-Institute mit Sitz in Deutschland vor, die über jahrelange Factoring-Erfahrung verfügen und wissen worauf es ankommt. Dabei kommt es nicht auf die Entfernung zu Ihrem Unternehmenssitz an, weil die Finanzdienstleister die Kunden bundesweit betreuen. Alle Finanz-Dienstleister verstehen sich als Partner für mittelständische und kleine Unternehmen auf Augenhöhe. Die Institute bieten allesamt das "Echte Factoring" an. Selbstverständlich wird von einigen Institutionen auch "Stilles Factoring" und noch andere Sonderformen angeboten.

Mit nur einer Anfrage bekommen Sie direkten Kontakt zu den Anbietern, die für Sie in Frage kommen können. Selbstverständlich entstehen Ihnen dabei keinerlei kosten. Alle Anfragen über das Portal sind für Interessenten kostenfrei und unverbindlich.

Hier können Sie sich über die jeweiligen Anbieter informieren oder direkt eine Anfrage stellen und wir finden den passenden Dienstleister für Sie.


Mittelstand hat an Factoring Interesse

Gerade die KMU (kleine und mittelständische Unternehmen) haben Factoring als starke Finanzierungsmethode kennen gelernt und zwar seit Jahren in einem Umfang wie kaum eine andere Finanzierungsform in Deutschland.

Repräsentative Umfrage in Bezug auf alternative Finanzierungsformen für mittelständischen Unternehmen

Firmen im Mittelstand, deren Liquiditätsbeschaffung fast ausschließlich kreditorientiert ist, sind besonders von der restriktiveren Kreditvergabepolitik der Banken betroffen. Oftmals können Betriebe die Kriterien bei der Kreditvergabe nicht erfüllen, wodurch der Zugang zu einem Kredit erschwert, verteuert und teilweise verhindert wird. Auch andere Finanzierungsformen, wie zum Beispiel die Eigenfinanzierung und der Lieferantenkredit, können meist nur begrenzt zur Liquiditätssteigerung eingesetzt werden. Hier kommt Factoring ins Spiel.

So sehen die Zahlen einer aktuellen Umfrage aus:

69%

der Unternehmer sehen im Factoring eine strategische Bedeutung.

68%

der Befragten sehen in modularen Finanzierungsmodellen positive Entwicklungen.

55%

der Entscheider finden eine Finanzierung interessant, die automatisch mit dem Umsatz wächst.