Echtes Factoring versus unechtes Factoring

Beim Factoring gibt es einen wesentlichen aber nicht zu vernachlässigenden Unterschied. Hauptsächlich unterscheidet man zwischen “Echtes-” und “Unechtes Factoring”. 

Eine Gemeinsamkeit jedoch haben beiden Varianten. In beiden Fällen verkaufen sie als Unternehmer ihre Forderungen – vertraglich geregelt – an den Factor. Unechtes Factoring wird dabei meist als Darlehen betrachtet. Dazu aber später mehr.

Echtes Factoring

Echtes Factoring und Unechtes Factoring

Durch Echtes Factoring verkürzen sie ihre Bilanz um Forderungen und Verbindlichkeiten und verbessern umgehend ihre Liquiditätssituation und Eigenkapitalquote. Das beinhaltet neben der Finanzierung bzw. Bevorschussung der Forderung, die Delkredere-Funktion (Risikoübernahme) und eine Service-Funktion (Debitorenmanagement). Der wichtigste Punkt für ihr Unternehmen besteht darin, dass das Risiko eines Forderungsausfalls minimiert wird, weil der Factor das Delkredere übernimmt.

Für ihr Unternehmen bedeutet echtes Factoring, dass die Forderungen vollständig abgetreten und erledigt sind. Falls der Debitor die offene Rechnung nicht begleicht, übernimmt der Factor das Mahnwesen und gegebenenfalls das Inkasso. In der Regel übernimmt das Factor zusätzlich das Debitorenmanagement. Verbleibt das Forderungsmanagement in ihrem Unternehmen, so wird das “Inhouse-Factoring” angewandt.

Unechtes Factoring

Beim unechten Factoring muss das Unternehmen das bevorschusste Geld wieder zurückzahlen, sofern der Debitor die vom Factor angekauften Forderungen nicht begleicht. Das Delkredere wird im unechten Factoring nicht vom Factor übernommen. Das volle Risiko bei einem eventuellen Zahlungsausfall wird vom Unternehmer selbst getragen.

Daher spricht man bei dieser Variante auch eher von einem Kreditgeschäft, als von einem (wie beim Factoring üblichen) Kaufgeschäft.

Eine sehr beliebte Variante ist neben dem Echten auch “Stilles Factoring”. Bei dieser Art wird der Debitor nicht über die Abtretung informiert. Dazu später mehr.

In beiden Varianten haftet der Forderungsverkäufer für den Rechtsbestand und die Richtigkeit der Forderungen. Er ist also weiterhin für die Verität verantwortlich.

Offenes Factoring vs. Stilles Factoring

Das in Deutschland am meisten angewandte Verfahren ist das offene Factoring. Beim offenen Factoring wird der Forderungsverkauf dem Debitor mitgeteilt, wohingegen beim stillen Factoring der Debitor nicht über die Forderungsabtretung informiert wird. Das Risiko ist beim Forderungsankauf für den Factor um ein vielfaches geringer als beim nachfolgend stillen Factoring.

Das stille Verfahren (auch “verdecktes Factoring”) wird meist angewendet wenn Factoring-Nehmer befürchten, dass sich die Forderungsabtretung negativ auf die Kundenbeziehung auswirken könnte. Der Factoring-Anbieter wird dem stillen Verfahren aber nur zustimmen, wenn sein Factoringkunde eine starke Bonität aufweist und ein einwandfrei funktionierendes Debitorenmanagement betreibt. Der Factor hat nicht die Möglichkeit den rechtlichen Bestand der von ihm angekauften Forderungen zu überprüfen, wodurch er ein höheres Risiko als beim offenen Verfahren trägt.

Anbieter finden

Stellen sie hier in nur 2 Minuten eine Factoring-Anfrage und lassen sie sich von den Spezialisten beraten, welche Factoring-Variante für ihr Unternehmen in Frage kommt.*

*Alle auf dem Portal eingetragene Unternehmen bieten das echte Factoring an.

​Weitere Informationen zu Factoring

​Ein Muss! Sicherheit gegen Forderungsausfall


Factoring als Finanzierungsinstrument

Warum Factoring als Finanzierungsinstrument geeignet ist erfahren sie auf dieser Seite. Neben Bankguthaben stelle…

Verbände-Allianz fordert weitere Liquiditätshilfen

für Mittelstand und Verbraucher Initiative der Verbände für Leasing, Factoring, Freie Berufe, Franchise, Fuhrparkm…

Forderungsverkauf – Was ist das?

Hier auf dem Factoring Portal erfahren sie alle Informationen über eine moderne Umsatzfinanzierung durch Factoring…