Was ist Factoring?

Factoring - diverse zugehörige Begriffe

Factoring ist eine moderne Finanzierungsmethode, die mittels regelmäßigem Verkauf offener Forderungen an einen Factor (Factoring-Institut oder Factoring Bank) umgehend Liquidität im Unternehmen bereit stellt.

Inhaltsverzeichnis


Factoring Definition einfach erklärt

Factoring ist eine moderne Finanzierungsform, die durch wiederkehrende Abtretung offener Rechnungen an einen Factor unmittelbar freies Kapital zur Verfügung stellt.

Der Verkäufer der Forderung wird „Anschlusskunde“, der Käufer „Factor“ genannt. Einzel- und langfristige Geldforderungen grenzt Factoring aus und erfasst nur auf eine gewisse Dauer angelegte Geschäftsverbindungen. Das Kapital wird nicht in hohen Außenständen gebunden, sondern steht sofort zur freien Verfügung bereit. Der finanzielle Spielraum wächst in etwa gleichbleibend mit dem Umsatz. In der Finanzwelt hat Factoring als umsatzkongruente Finanzierungsart einen festen Platz eingenommen.

Um finanzielle Mittel zu bekommen ist meist der erste Gang zur Hausbank. Da bei Banken das Kreditgeschäft im Vordergrund steht und das seit Basel II + III mit enormen Auflagen verbunden ist, wurde der Zugang zu einem Firmendarlehen erheblich erschwert. Da kommt Factoring gerade recht. Durch die sofortige Liquiditässteigerung stehen Geldmittel zur Verfügung, um in Wachstumsphasen zu investieren oder zum Abbau von Krediten. Außerdem verkürzt sich die Bilanz und die Eigenkapitalquote steigt, was wiederum zu einem besseren Rating führt. Dies sind wichtigste Faktoren bei der Kreditvergabe durch die Bank.

So funktioniert Factoring in der Praxis

Die eigentliche Funktionsweise im Factoring ist schnell kurz und bündig erklärt: Erstens, das Unternehmen verkauft Forderungen an den Factoring-Partner. Zweitens, der Factor bezahlt die Rechnung an den Factoring-Nehmer. Drittens, der Kunde bezahlt den Rechnungsbetrag der Forderung an Factor. Das wäre der Idealfall. Nachfolgend ist der Ablauf genauer beschrieben und dargestellt.

Der normale Factoring-Ablauf in 6 Schritten erklärt

Factoring - Ablauf schematisch in 6 Schritten dargestellt.
Factoring Dreieck
  1. Ihre Firma beliefert Kunden mit Waren oder erbringt Serviceleistungen.
  2. Die daraus resultierenden Rechnungen fakturieren sie an die jeweiligen Abnehmer.
  3. Kopien Ihrer Rechnungen schicken Sie an Ihren Factoring-Partner, denn dieser prüft die Bonität des Debitors/Kunden. Bei positiver Bewertung die Ausgangsrechnung im Rahmen des Ankauflimits umgehend aufgekauft. Wichtig für die Abtretung (Ankauf) ist die Verität, das heißt dass den Ausgangsrechnungen vollständig erbrachte Leistungen zu Grunde liegen müssen. Ebenfalls muss die Forderung abtretbar sein und frei von Ansprüchen Dritter.
  4. Der Factoring-Anbieter bezahlt unmittelbar zwischen 80% – 95% der Brutto-Rechnungssumme (Abzüglich der Factoring-Kosten). Die verbleibenden 5 bis 20 Prozent dienen als Sicherheitseinbehalt für die Deckung eventueller Mängelrügen, Skonti oder sonstigen Verrechnungsmöglichkeiten.
  5. Der Debitor begleicht die Forderung innerhalb der vereinbarten Zahlungsziele an den Factor.
  6. Nach vollständiger Bezahlung durch den Debitor wird der restliche Betrag Ihrem Firmenkonto gutgeschrieben.

Mehr Informationen zu den Funktionen.

Factoring – Vorteile und Nachteile

Die Übersicht zeigt sowohl die Vorteile als auch die Nachteile bei Factoring auf.

Vorteile​​​​

  • Sofortige Liquiditätsverbesserung dank schnellem Zahlungseingang.
  • Schutz vor Forderungsausfall, da der Factor das Risiko übernimmt.
  • Unabhängig von der Hausbank.
  • Optimierung der Bilanz, das heißt Bilanzkennzahlen werden optimiert und Eigenkapital erhöht.
  • Nachhaltige Steigerung der Bonität und des Ratings.
  • Stärkerer Verhandlungsspielraum und Einkaufsvorteile bei der Warenbeschaffung.
  • Der Konkurrenz immer einen Schritt voraus, weil man bessere und flexiblere Zahlungsziele anbieten kann.
  • Sicherheiten werden freigesetzt durch Reduzierung von Kontokorrentkrediten.

Nachteile​​​​

  • Unter Umständen werden Kosten als Nachteil betrachtet, sofern man das als Nachteil ansehen kann.
  • Kein Forderungsankauf bei Kunden mit schlechter Bonität.
  • Wird meist nur im B2B-Geschäft durchgeführt. B2C-Geschäft wird nur von wenigen Anbietern unterstützt.

Gerade für KMUs ist Factoring von Vorteil, weil die volle Konzentration wieder dem eigentlichen Geschäft gewidmet werden kann, statt ständig mit verspäteten Zahlungseingängen zu kämpfen. Noch ein Vorteil, der sich aus der Umsatzfinanzierung ergibt ist, dass das Risiko verringert wird in die Folgeinsolvenz gezogen zu werden. Das heißt, bei Insolvenz eines Abnehmers bekommen Anschlusskunden, dank Factoring, trotzdem die verkauften Rechnungen vom Factor bezahlt.

Noch mehr Vorteile durch die unterschiedlichen Arten, die sich inzwischen für Unternehmen entwickelt haben.

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Zusammenfassend bleibt festzustellen, dass eine mittelständische Firma beim Factoring:

  • die wirtschaftlichen Risiken zu 100 % abgeben kann.
  • keine Warenkreditversicherung abschließen muß.
  • Verwaltungskosten durch den Wegfall administrativer Aufgaben im Debitorenbereich reduziert.

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